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Dein Schmerz ist mein Schmerz

Dein SChmerz ist mein Schmerz

Familie liegt im Gras und träumt, miteinander meditieren, liebevoll, im Vertrauen sein, sich entspannen, Frühlingsspaziergang, Harmonie in der Familie
Familie liegt im Gras, by shutterstock

Ich bin ein anderes du selbst.

Dein Schmerz ist mein Schmerz.

Heile ich den Schmerz in mir, heilt der Schmerz in dir. 

Also nehme ich deinen Schmerz in meine Arme, schaue ihn mir an, lasse ihn sprechen, folge ihm wohin er mich führt. Ein jeder Schmerz kennt seine Quelle, ein jeder Schmerz kennt seine Erlösung. 

Ich lausche dir. 

 

 

„Ich habe Angst mich so zu zeigen wie ich bin. Ich verstecke mein wahres, ganzes Sein vor den Menschen, mit denen ich zusammen lebe.“ (z.B. vor meiner Frau, meinem Mann, meinem Sohn, meiner Tochter, meiner Mutter, meinem Vater, anderen Verwandten, meinem Liebespartner...)

 

Ein paar Beispiele:

"Ich würde gerne meine Freude ungeniert zum Ausdruck bringen, aber ich traue mir nicht vor ihr/ihm hemmungslos laut und froh aus mir heraus zu singen, zu stöhnen, zu schreien, zu jubeln...

 

Ich würde gerne meine Wut, meinen Zorn frei zum Ausdruck bringen, aber ich wage es nicht die Beherrschung zu verlieren und einfach laut aus mir heraus zu brüllen, wie sehr ich die Schnauze voll habe.

Ich würde so gerne laut aufstampfen, meine Grenzen klar und deutlich formulieren und mich einen Dreck darum scheren, ob der andere damit klar kommt.

 

Ich würde gerne, wann immer mir danach ist, weinen und meine Traurigkeit authentisch und ungekünstelt zum Ausdruck bringen. Ja so wie Kinder das können mit hässlichen Grimassen schneiden, Rotz hochziehen, jammern, wimmern und mich so ganz nach Herzenslaune elendig traurig fühlen.

 

Aber ich traue mir das alles nicht. Ich habe gelernt mich zu beherrschen. Ich unterdrücke, verdränge, rationalisiere meine so komischen Gefühle. Oft fresse ich sie einfach in mich hinein, weil ich sonst nicht weiß wohin mit dem ganzen Druck. Klar weiß ich dass das nicht gesund ist, aber was soll ich denn tun?

 

Ich habe nun mal Angst ausgelacht, gebremst, bewertet, verurteilt, missverstanden und abgelehnt zu werden. Das tut weh!

Und außerdem will ich ja niemanden auf den Schlips treten. Ich weiß doch dass er/sie nicht damit klar kommt, wenn ich mich gehen lasse und weine/ brülle/ singe/ laut stöhne..."

 

... (ich lasse mich in die Stille sinken)

 

Aha. Ich gebe die Verantwortung für mein Glück an den anderen ab.

Er/sie soll mich annehmen, mich unterstützen, mich verstehen, oder doch zumindest mir nicht in die Quere kommen bei meinem freien Selbstausdruck.

Aber ich fürchte, er/sie wird genau das Gegenteil tun und mich ablehnen, wenn ich es wage mich zu zeigen wie ich bin. Vielleicht weil ich irgendwann mal in der Vergangenheit die Erfahrung gemacht habe, dass er/sie ein Problem damit hat, wenn ich mich offen zeige und ich mir diese damals erfahrene Ablehnung keineswegs wieder zufügen will.

 

Aber jetzt ist jetzt. Ich kann nicht wissen wie der andere hier und jetzt reagieren wird. Und außerdem bin ICH für mein Glück zuständig. Oh man, es tut mir so leid, dass ich mich so verleumdet habe über all die Jahre, nur weil ich Schiss hatte vor der Ablehnung durch Menschen, die meinen Spiegel nicht aushalten könnten.

Ja den Spiegel den ich ihnen vorhalte, wenn ich ungeniert tue was ich will, was sich für mich gut und richtig anfühlt, was mir Freude, Erfüllung, Frieden bringt.

Ich bin doch frei! Warum bin ich nur so brav?

 

... (wieder sinke ich in die Stille und lasse aus mir die Antwort auftauchen)

 

Ach so! Das hat mit dem zu tun was ich als Kind gelernt habe. Ich habe mich für meine Eltern verantwortlich gefühlt. Sie wollten, dass ich mich auf eine bestimmte akzeptable Weise verhalte, damit es ihnen gut mit mir geht. Es war ihnen egal wie es mir ging und was ich brauchte. Sie dachten in ihrer Not nur an sich und wollten verhindern, dass ich sie an ihre eigenen Schmerzen erinnere, indem ich mich unkontrolliert, so einfach frei nach meinem Herzen zum Ausdruck bringe.

 

Was sie in sich verboten hatten, sollte ich auch lernen in mir zu unterdrücken. Stimmt, meine Eltern weinten nie ungeniert vor lauter Traurigkeit, wenn jemand dabei war. Ich hörte sie nie ihre Gefühle offen und frei zum Ausdruck bringen. Da wurde nicht laut vor Lust gestöhnt, nicht vor Wut geschnaubt und vor Zorn gebrüllt. Und laut singen gehörte auch ins Zwangsprogramm zu Weihnachten und Ostern, wenn man die Liedtexte gut gelernt hatte. Aber so frei von Herzen das eigene Seelenlied schmettern, das war verpönt, unbekannt. Alles das, was sich frei und natürlich zum Ausdruck bringen wollte, galt als unerzogen.

Du ungezogenes Kind. Benimm dich, sonst setzt es was!

 

Ja, Kinder können beängstigend sein in ihrer Freiheit.

Ja, Eltern können beängstigend sein in ihrer Gefangenschaft.

 

Jetzt bin ich erwachsen und eine göttliche Dreieinigkeit aus Mutter-Vater-Kind.

Bin ich wirklich eins in mir?

Oder sind meine antrainierten und von den Eltern übernommenen Verhaltensweisen immer noch meine eigenen Widersacher, wenn es darum geht in mir im Frieden zu sein?

Sind da drei einsame Individuen in mir, die sich gegenseitig streiten, verhindern, unterdrücken, bewerten, anklagen, verurteilen, ablehnen? Wo bin ich im Widerstand mit mir?

 

Ich schaue nach innen. Was sehe ich da?

Allerhand.

Eine innere Weiblichkeit, die lieber manipuliert als ihre Hilflosigkeit und Ohnmacht zu spüren.

Eine innere Männlichkeit, die lieber das Herz verschließt und niemanden sieht, als ihre Verletzlichkeit zu spüren.

Ein inneres Kind das aufmüpfig, bockig und im Widerstand ist, weil es endlich gesehen, angenommen und lieb gehabt werden möchte.

 

Der Frieden, den ich im Außen sehen möchte, beginnt in mir.

Alles klar. Und wie?

Ahnenheilung.

Die weibliche und männliche Ahnenlinie heilen, damit das Männliche und Weibliche in mir sich wieder liebevoll und offen in die Arme schließen kann und das Kind mit weichem Herzen empfängt.

Was braucht es dafür?

Die Erkenntnis, dass wir immer Opfer und Täter gleichzeitig sind.

Wir alle haben aus unserer großen kindlichen Liebe zu unseren Vorfahren und aus dem Glauben heraus, wir bekämen endlich die ersehnte Liebe, Unterstützung und Anerkennung, wenn wir uns für unsere Eltern verantwortlich fühlen, bereitwillig deren Kummer und Schmerzen tragen geholfen.

Doch das ist nicht unser Job.

Wir nehmen unseren Ahnen ihre Würde, wenn wir uns erdreisten ihr Schicksal tragen zu wollen. Das können wir nämlich nicht. Jeder Mensch hat sein Schicksal und jeder ist stark genug dieses auch zu tragen, ansonsten hätte er oder sie es nicht.

Daher gebe ich in Liebe und Demut alle Lasten an meine Vorfahren zurück, die ich für sie getragen habe.

Erstaunlicherweise nehmen die Ahnen ihre schicksalsschweren Lasten gerne zurück in ihre Verantwortung, da sie spüren, dass sie dadurch Frieden finden. Das Zurückgeben der Lasten von Generation zu Generation reinigt den Fluss der Lebensenergie und Liebe. Der Strom rauscht von der Quelle durch alle Generationen bis zu mir. Ich öffne mein Herz, meine Arme und trinke das pure Leben, Licht, Liebe, Freude!

Egal ob ich ein Mann oder eine Frau bin, hinter mir steht immer eine Mutter und hinter ihr wieder eine Mutter und hinter dieser wieder eine Mutter usw.

Ebenso steht hinter mir ein Vater und hinter diesen steht wieder ein Vater und dahinter abermals ein Vater usw. Diese Ahnenlinien meiner Weiblichkeit und meiner Männlichkeit sind wie lebendige Flüsse. Sie gehen zurück bis zum ersten Mann und zur ersten Frau. Diese Beiden stehen direkt an der kosmischen Quelle unendlicher Liebe. Sind die beiden Kanäle von Weiblichkeit und Männlichkeit frei und fließt diese Liebe ungehindert durch alle Generationen von der Quelle bis zu mir, empfange ich diese ewige und unendliche Liebe. Ja dann verschmelzen alle Ahninnen und Ahnen in mir und ich trinke direkt aus der Quelle der bedingungsfreien Liebe.

Wie konnte ich das nur je vergessen?

Ich war und bin schon immer eins mit der Urquelle der Schöpfung, der Liebe, des ewigen Lebens. Und so wird es immer sein. Es gibt keine Trennung. Gab es nie.

Aufatmen.

In schaue in mich.

Da stehen ein Mann und eine Frau. Sie lächeln sich liebevoll an. Sie reichen sich die Hände. Sie sehen sich als die, die sie wahrhaftig sind. Sie umarmen sich. In ihrer Mitte steht ein Kind. Liebevoll schauen Mutter und Vater auf ihr Kind und das Kind blickt glücklich und friedvoll auf seine Eltern. Alle drei umarmen und küssen sich. Sie verschmelzen miteinander in einem Wirbel aus buntem Licht.

Alles darf sein. Alles ist. Ich bin.

Schon immer. Ohne Zweifel.

Gott ist ohne Makel.

So bin ich. Das ewige Leben, ein vollkommener schöpferischer Ausdruck des einen Bewusstseins.

 

Lachen.

Wie konnte ich mir selbst verbieten zu sein?

Welch absurdes Spiel. Gott führt sich selbst ad absurdum.

Erkennen. Erwachen. Stille.

 

...

...

...

 

Und dann kommt die nächste Herausforderung.

Hat das kleine Gottesbewusstseinsteilchen, das sich bei meinem/deinem Namen nennt, das göttliche Spiel durchschaut?

 

 

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